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Bericht der Thurgauer Zeitung (13.03.08)
7. Forum Ausbau + Fassade vom 11. März 2008 in Gossau

 

"Gipser müssen ihre Kompetenzen nutzen"

Die Gipser sollen Ideen vermehrt selber umsetzen: Dies forderte der Ostschweizer Verbandspräsident Reto Kradolfer am Forum Ausbau und Fassade in Gossau.

Was können Gipser zur Wärmedämmung und zum Energiesparen beitragen?
Reto Kradolfer: Das Thema «Verputzte Aussenwärmedämmung», das am Forum im Zentrum stand, ist eigentlich unsere Kompetenz. Isolationsmaterial wird auf eine Konstruktion angebracht und mit einem Deckputz beschichtet. Das ist das eine, das andere ist der Innenausbau, wo wir in Kombination mit dem Trockenbau innen isolieren können. Grundsätzlich bieten die Gipser Lösungen für drei Hauptbereiche, für die Wärme-, die Feuerschutz- und die Schallisolation.

Welche Stellung hat das Gipserhandwerk heute?
Wir waren eigentlich immer das Verputzhandwerk, und wir waren nie so gut organisiert wie etwa die Schreiner, Zimmerleute oder Baumeister. Aber bei uns sind neue Ideen immer auf fruchtbaren Boden gefallen. Die ersten Kurse für Betonsanierung fanden beim Gipserunternehmerverband statt, und auch die Themen Aussenwärmedämmung und Trockenbau wurden von unserer Branche entwickelt. Wir haben ein innovatives Klima, aber anderen Berufsgruppen gelingt es immer wieder, solche Entwicklungen besser zu nutzen.

Wo findet im Gipsergewerbe Innovation statt?
Seit 1990 setzt man sich wieder intensiver mit Oberflächen auseinander, zum Beispiel mit Kalkputzen. Alte Ideen hat man wieder aufgenommen und setzt diese im Bau um. Es gibt unheimlich viele Möglichkeiten, aber man muss sich damit beschäftigen, neue Techniken erproben und Architekten etwas bieten. Ein sehr grosses Thema sind gegenwärtig auch schallabsorbierende Oberflächen. Da bieten wir Gipser die fortschrittlichsten Lösungen. Das jüngste Forum hat am Dienstag in Gossau 170 Gipserunternehmer, Planer und Industrievertreter zusammengebracht.

Hat die Tagung ihr Ziel erfüllt?
Als wir vor gut sieben Jahren mit der Bauindustrie zusammensassen, um das Forum zu gründen, waren die Gipserunternehmer die Zielgruppe. Später ging es darum, die Planer einzubinden. Ein Höhepunkt war für mich dieses Jahr, mit den 170 Teilnehmern drei gleich grosse Gruppen von Unternehmern, Vertretern der Bauindustrie und der Planung zusammenzubringen. Ziel für uns war es immer, den Wissensaustausch und die Beziehungspflege zu ermöglichen, und das ist meines Erachtens gelungen.

Wie wichtig waren fachliche Informationen?
Die Entwicklung geht auch im Gipserhandwerk weiter. Wir sind darauf angewiesen, uns mit Innovationen und Neuigkeiten auseinanderzusetzen, am Puls der Zeit zu sein. Alles, was Standard ist, unterliegt einem immer grösseren Preisdruck. Man kann sich aber Vorteile am Markt verschaffen, wenn man gewisse Kenntnisse früher gewinnt, wenn man bei innovativen Entwicklungen dabei ist. Das ist der Kern unserer Bemühungen. Interview: Martin Sinzig